|
Navigation
Hier können Sie Textteile überspringen
und direkt zu folgenden Untertiteln gelangen:
Für den
Text bzw. die Seite verantwortlich:


Wenn Sie eine genaue
Anfahrts-beschreibung ab Ihrem Wohnort wünschen, klicken sie hier.
-
Sozialgericht
stärkt die Rechte von Schmerzpatienten.
Danach hat ein Schmerzpatient das Recht in einer
schmerztherapeutischen Klinik
behandelt zu werden,
er
muß
also nicht
irgendeine der sonst üblicherweise angebotenen Rehabilitationen akzeptieren
sondern kann unter Hinweis auf das Urteil
gleich Widerspruch einlegen.
Hier
gelangen Sie zu dem Urteil (dieses gilt sinngemäß natürlich nicht nur für die
Rentenversicherungen sondern auch für Krankenkassen), das mittlerweile
rechtskräftig ist. Pressemitteilung dazu:
http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=051207009&phrase=schmerzklinik
-
Zu Themen, die Krankheiten/Diagnosen betreffen, gelangen Sie
hier
-
Zu Schmerzthemen, die Körperbereiche oder Organe betreffen,
gelangen Sie
hier
Zu allgemeinen und therapiebezogenen Schmerzthemen gelangen
Sie
hier
Internationale (englischsprachige) Themen:
Complex Regional Pain Syndrome (www.complex-regional-pain-syndrome.de),
CRPS (www.crps-type.com),
Face Pain (www.face-pain.com)
low back pain (www.low-back-pain.net),
Prosopalgia (www.prosopalgia.de),
Reflex Sympathetic
Dystrophy Syndrome (www.reflex-sympathetic-dystrophy-syndrome.de),
Sudeck atrophy (Sudeck`s
atrophy) (www.sudeck-atrophy.com),
Sudeck disease (Sudeck`s
disease) (www.sudeck-disease.com,
Sudeck dystrophy (Sudeck`s
dystrophy) (www.sudeck-dystrophy.com)
Die wichtigsten Schmerzthemen zusammengefaßt:
Arthritis:
http://www.arthritis-information.de Arthrose:
http://www.1-arthrose.de
Armschmerzen:
http://www.armschmerz.com
Bandscheibenvorfall:
http://www.bandscheibenvorfall.biz
Beinschmerzen:
http://www.beinschmerz.com
Borreliose:
http://www.bor-reliose.de
Brustwirbelsäulensyndrom:
http://www.bws-syndrom.de
Brennende Füße:
http://www.burning-feet-syndrom.de
Cluster-Kopfschmerz:
http://www.cluster-kopfschmerz.org
CRPS:
http://www.komplexes-regionales-schmerzsyndrom.de
Durchblutungsstörung:
http://www.durchblutungs-stoerung.de
Dorsalgie:
http://www.dorsalgie.com
Fibromyalgie:
http://www.fibromyalgie.at
Fibromyalgiesyndrom:
http://www.fibromyalgiesyndrom.eu
Gelenkschmerzen:
http://www.gelenksschmerzen.de
Gliederschmerzen:
http://www.gliederschmerzen.com
Gürtelrose:
http://www.guertelrose.co.uk
Halswirbelsäulensyndrom:
http://www.hws-syndrom.de
Herpes zoster:
http://www.herpes-zoster.eu
Hörsturz:
http://www.gehoersturz.org
Hüftschmerzen:
http://www.xn--hftschmerz-9db.de
Ischias:
http://www.ischias.co.uk
Kausalgie:
http://www.kausalgie.de
Kopfschmerzen:
http://www.kopfschmerz.co.uk
Kreuzschmerz:
http://www.kreuzschmerz.org
Leistenschmerzen:
http://www.leistenschmerz.de
Lendenwirbelsäulensyndrom:
http://www.lws-syndrom.de
Lumbalgie:
http://www.lumbalgie.de
Lumboischialgie:
http://www.lumboischialgie.eu
Migräne:
http://www.1-migraene.de
Morbus Sudeck:
http://www.morbus-sudeck.de
Muskelschmerzen:
http://www.muskelschmerz.net
Nervenschmerzen:
http://www.nervenschmerz.de
Neuralgie:
http://www.neuralgie.com
Neuritis:
http://www.neuritis.net
Neuropathie:
http://www.neuropathie.org
Osteomyelitis:
http://www.osteo-myelitis.de
Schleudertrauma:
http://www.schleudertrauma.li Polyneuropathie:
http://www.polyneuropathie.com
Postzosterische
Neuralgie:
http://www.postzosterische-neuralgie.com
Restless legs:
http://www.restless-legs-syndrom.eu
Rückenschmerzen:
http://www.xn--rckenschmerz-dlb.com
Schlaganfall:
http://www.hemialgie.de (Hemialgesie)
Schulterschmerzen:
http://www.schulterschmerz.com
Spannungskopfschmerzen:
http://www.spannungskopfschmerz.de
Spinalkanalstenose:
http://www.spinalkanal-stenose.de
Steißbeinschmerzen:
http://www.kokzygodynie.de
Sudeck Dystrophie:
http://www.sudeck-dystrophie.de
Thalamusschmerzen:
http://www.thalamusschmerz.de
Tinnitus:
http://www.tin-nitus.de
Zephalgie:
http://www.cephalgie.com
Impressum
|
|

Die schöne Stadt Bad Mergen
theim
GESICHTSSCHMERZ
pri
märer
(idiopathischer, essentieller) und
se
kundärer
(symptomatischer) Gesichtsschmerz
Ein Gesichtsschmerz tritt mit Abstand am
häufigsten als atyp
ischer Gesichtsschmerz oder als Trigemi
nusneuralgie auf. Leider wissen nicht wenige Ärzte auch heute noch nicht
den genauen Unterschied.
Klagen Patienten über
Schmerzen im
Gesicht, tippen viele Ärzte auf eine Trigeminusneuralgie. ,,Doch damit können
sie falsch liegen", warnen Experten auf dem Deutschen Schmerzkongress in München
(1999). Die Folgen solcher Fehldiagnosen: viele Betroffene mit so genannten ,,atyp
ischen Gesich tsschmerzen"
unterziehen sich Therapien und operativen Eingriffen, die ihnen nicht helfen
können, obwohl es auch bei dieser Schmerzart wirksame Behandlungsstrategien
gibt.
Gesich
tsschmerzen lassen sich in 2 Gruppen einteilen:
1.
pri märer (idiopathischer,
essentieller) und
2.
se kundärer (symptomatischer)
Gesich
tsschmerz
Bei der ersten
Gruppe handelt es sich um eigenständige
Schmerzerkrankungen
und bei der zweiten Gruppe ist der Schmerz Symptom
(=
Krankeitszeichen) einer (anderen) definierten Erkrankung.
Beispiel: Sind
Wangenschmerzen auf
eine
Kieferhöhlenentzündung
zurückzuführen, handelt es sich nicht um einen pri
mären, sondern um einen se kundären
Gesichtsschmerz.
Systematik der
Gesich
tsschmerzen
|
1. Pri
märer Gesichtsschmerz |
|
- Idiopathische
Trigeminus-Neuralgie |
|
-
Atypischer Gesichtsschmerz |
|
-
Intermediusneuralgie |
|
-
Glossopharyngeusneuralgie |
|
-
Laryngeus-superior-Neuralgie |
|
-
Cluster
-ähnliche
Synd
rome |
|
Sluder-Syndrom |
|
Nasociliaris-Neuralgie (Charlin-Syndrom) |
|
Neck-tongue-Syndrom
(Nacken-Zungen-Syndrom) |
|
2. Se
kundärer oder symptomatischer Gesich
tsschmerz
infolge von |
|
- intrakraniellen Ursachen |
|
- extrakraniellen Ursachen / u.a.
Costen
Syndrom |
|
(myofaziale Dysfunktion;
myofaziales
Schmerzsyndrom) |
|
- systemischen Ursachen |
|
- entzündlichen Ursachen |
|
Neuralgie nach
Herpes zoster (Postzosterische
Neuralgie) |
|
Auriculotemporalis-Syndrom (aurikulotemporales
Syndrom) |
|
- anatomischen Ursachen |
|
Processus-styloideus-Syndrom |
|
- kardial bedingter Gesich
tsschmerz |
|
- iatrogenen (= durch ärztliche Einwirkung
entstandene) Gesich tsschmerzen |
Die einzelnen
Schmerzkrankheiten
Idiopath
ische
Trigeminusneuralgie:
Vom Prinzip her könnte bei
diesem Gesichts
schmerz der Zusatzbegriff "idiopathischer"
(= ohne erkennbare Ursache)
entfallen, da alleine die Zuordnung zum "pri
märer Gesich
tsschmerz" eine fehlende
oder zumindest uneinheitliche Ätiologie
(= Krankheitsursache)
dokumentiert.
| Der V. Hirnnerv (Nervus trigeminus):
1. Ast (V1,
Stirnast): N. ophthalmicus
2. Ast (V2, Oberkieferast): N. maxillaris
3. Ast(V3, Unterkieferast): N.
mandibularis
(Bildquelle: www.pirula.net) |
|
 |
Das charakteristische
Schmerzbild ist gekennzeichnet durch anfallsartige
Schmerzattacke
n mit maximaler Stärke und überwiegend kurzer Dauer (Sekunden). Der
Schmerz bereich deckt sich
mit dem Ausbreitungsgebiet des betroffenen
Nerven
astes.
Ein
Schmerzanfall kann
auch durch physiologische, taktile
(= den Tastsinn betreffende),
thermische oder propriozeptive
(= den Eigenreflex betreffende)
Reize ausgelöst werden. Häufige Triggermechanismen
(= Auslösemechanismen)
sind Kauen, Sprechen oder bestimmte Gesichtsbewegungen, die
Berührung
bestimmter Hautareale, die Einwirkung von Wasser oder generell Kälteexposition.
Meistens sind Triggerpunkte bzw. Triggerzonen identifizierbar. In der Regel
treten die
Schmerzattacken
streng einseitig auf (5% beidseitig) und überwiegend im 2. und 3. Ast (ca. 4% 1.
Ast) (Thoden 1987). Die Beschwerden treten oft periodisch auf,
schmerzfreie Intervalle sind häufig. Manchmal gehen die Attacken bei diesem
Gesich
tsschmerz auch in äußerst schmerzhafte längere Salven über.
Bei stärksten Schmerza
ttacken treten Zuckungen der
Gesichtsmuskulatur hinzu (Tic doulou
reux). Im Anfall ist die betroffene
Gesichtspartie meist leicht gerötet, bedingt durch den
Schmerz kann
Tränensekretion ausgelöst werden, was dann oft zur Verwechslung mit der
Bing-Horton-Neuralgie
(Clusterkopfschmerz)
führt, besonders wenn der 1. Ast betroffen ist. Im Unterschied zum
Bing-Horton-Kopfschmerz
(auch als
Erythroprosopalgie
bezeichnet) treten die Attacken meist nur am Tage auf.
Bei der körperlichen Untersuchung sind die zugehörigen Nervenaustrittspunkte oft
druckschmerzhaft (bei ca. 60%). Das weibliche Geschlecht und Patienten jenseits
des 40. Lebensjahres erkranken häufiger.
Diagnostik: Ausführliche Anamneseerhebung
(= Vorgeschichte),
neurologische Untersuchung, bei unklaren Befunden (z.B. neurologische Defizite)
zusätzlich Röntgenaufnahme der Schädelbasis und CT, u.U. auch
Kernspintomographie sowie Liquordiagnostik
(= Hirnwasseruntersuchung).
Medikamentöse Schmerztherapie der
Trigeminus-Neuralgie:
Als (kostenorientiertes) Mittel der
Wahl gilt Carbamazepin (z.B. Tegretal®,Timonil®). Die Dosierung soll langsam
einschleichend erfolgen (600 bis 1500 mg). Carbamazepin darf nicht abrupt
abgesetzt werden, sondern langsam ausschleichend über mindestens 10 Tage. Allzu
schnelle Dosisreduktion oder abruptes Absetzen führen meist zu heftigsten
Schmerzattacken. Bei ungenügender Wirkung von Carbamazepin können 300-400 mg
Phenytoin (z.B. Zentropil®), Lamotrigin (Lamictal®) oder 3-8 mg Clonazepam (z.B.
Rivotril®) versucht werden.
Gute bis sehr gute Resultate sahen wir unter einer Therapie mit Gabapentin
(z.B. Neurontin®), gleiches gilt für Pregabalin (Lyrica®).
Alternativ, oder in Kombination zur Einsparung von Antikonvulsiva, kann auch das
zentral wirksame Muskelrelaxans Baclofen (z.B. Lioresal®)
(= im Gehirn / Rückenmark
wirkendes Mittel zur Muskelentspannung) versucht werden. Die
Dosierung erfolgt einschleichend, z.B. Beginn mit 3x5 mg/d. In Kombination mit
Antikonvulsiva sollte eine Tagesdosis von 90mg nicht überschritten werden (Steardo
et al. 1984). Die Höchstdosierung gibt der Hersteller allerdings mit nur 75
mg an.
In der Regel sind bei diesem Gesich tsschmerz peripher
wirksame
Analgetika (=
Schmerzmittel)
ohne Nutzen, zentral wirksame allenfalls in hoher Dosierung (Gefahr einer
Abhängigkeit). Hin und wieder sahen wir einen
schmerzlindernden Effekt bei der Gabe eines Gemisches aus Uridin- und
Dinatriumsalzen (Keltican®). Dosierung: 2mal tgl. 1-2 Kps. zusätzlich
2mal wöchentlich eine i.m.-Injektion.
Bei stärksten
Schmerzanfälle
n mit statusähnlichem Charakter hat sich die Verabreichung von
Phenytoin (z.B. Epanutin®) als Kurzinfusion bewährt.
Zur
Schmerztherapie
hat sich bei diesem Gesichtsschmerz
(essentieller) auch die
therapeutische Lokalanästhesie
(= Behandlung mit
einem örtlichen
Betäubungsmittel)
(Leser et Hefermann 1989) bewährt. Dabei werden je nach
individueller Wirkzeit 2-3 x täglich die betroffenen Gesichtsnerven an ihren
Austrittspunkten (Foramen supraorbitale, infraorbitale oder mentale) mit ca. 1
ml
Bupivacain 0,5%
(z.B.
Carbostesin®)
blockiert und die im Anfall dominanten Schmerzareale und Triggerzonen
flächenhaft mit ca. 2-3 ml Bupivacain infiltriert.
Eine Leitungsanästhesie (Leitungsblockade)
der Ner
ven maxillaris und mandibularis kann durch die
Incisura mandibulae
(= Einschnitt im
Unterkiefer,
nahe am
Kiefergelenk) hindurch mit jeweils ca. 2-3 ml Bupivacain (0,5%) erfolgen. Unter dieser
konsequenten, täglichen Therapie kann dann eine bestehende Carbamazepin- (oder
auch Gabapentin-, Pregabalin-)
Medikation langsam ausschleichend reduziert werden, ohne daß heftige
Schmerzanfälle
auftreten.
Neurochirurgische
Interventionsmöglichkeiten bei Trigeminusneuralgie:
Diese sollten bei diesem Gesich
tsschmerz (idiopathischer) nur dann zum Einsatz kommen, wenn
medikamentöse Behandlungsversuche erfolglos bleiben. Nachteil der
Elektrokoagulation
(= elektrische „Verkochung“)
des Gangl
ion Gasseri
ist die relativ hohe Rezidivquote
(= Rückfallrate).
Eine gefürchtete Komplikation ist eine
Nervenläsion
(= Funktionsstörung) des ophthalmicus
(bis hin zur Erblindung). Durch Thermo- oder Kryokoagulation des Gangl
ion Gasseri
treten insgesamt deutlich weniger Nebenwirkungen auf. Schmerzrezidive
(= erneutes Auftreten der Schmerzen) werden
allerdings auch bei dieser Methode mit 5-20 % angegeben (Siegfried
1977).
Retroganglionäre Wurzeldurchtrennungen, Traktotomie oder Thalamotomie
werden heute kaum mehr durchgeführt (Moebius et al. 1989). Obsolet
(= veraltet)
sind Exhairese
(= herausziehen)
oder Alkoholinjektionen peripherer Trigeminusäste (Diener et al. 1994).
Insgesamt gesehen hat sich in den letzten Jahren eine zunehmende Zurückhaltung
bei der Indikationsstellung zur operativen Behandlung durchgesetzt (Ausnahme:
Operation nach Janetta). Nichtmedikamentöse Therapiemaßnahmen haben
sich bei diesem Beschwerdebild nicht oder nur ungenügend bewährt.
Atypischer Gesichtsschmerz
(ATG) (neuerdings als anhaltender idiopathischer
Gesichtsschmerz bezeichnet):
Dieser Begriff bezeichnet einen Gesich tsschmerz, der zwar
vorwiegend im Bereich des Trigeminus, jedoch nicht
streng paroxysmal
(= anfallsartig)
auftritt. Die Schmerzregion ist in der Regel nicht mit dem
Ausbreitungsgebiet des mutmaßlich betroffenen Nervenastes identisch, nicht
selten sind auch beide
Gesicht
shälften betroffen. Es sind keine deutlichen Triggermechanismen
(= Auslösemechanismen)
vorhanden, weshalb auch Triggerzonen meist fehlen.
Überwiegend klagen die Patienten mit einem atypischen Gesich
tsschmerz über
Dauerschmerzen bzw.
länger anhaltende Schmerzsensationen, die sich aber auch anfallsartig verstärken
können. Manchmal liegen beim atypischen Gesich tsschmerz
(chronischer) psychische Überlagerungen vor (z.B. depressive Verstimmung,
psychovegetative Labilität, neurotische
Verhaltensstörungen).
Oft ist die körperliche Untersuchung völlig unauffällig. Teilweise sind
die korrespondierenden NAP
(= Nervenaustrittspunkte) (Foramen
supraorbitale, infraorbitale und mentale) druckdolent
(= druckschmerzhaft).
Die Beschreibung der
Schmerz
qualität ist uneinheitlich, teilweise wird brennend angegeben, teilweise
dumpf und drückend.
Zur Therapie beim atypischen Gesich tsschmerz
(chronischer) können wie bei der id iopathischen
Trigeminusneuralgie
Antikonvulsiva (=
krampflösende Mittel)
(z.B. Carbamazepin, Gabapentin, Pregabalin) versucht werden, allerdings
fällt die Erfolgsquote geringer aus. Ähnliches gilt für die Verordnung von
Baclofen, auch in Kombination mit einem Antikonvulsivum
(= eigentlich ein Mittel gegen
die Fallsucht, aber auch gegen bestimmte
Schmerzen wirksam).
Aus unserer Sicht heraus sind bei einem atypischen Gesich
tsschmerz (chronischer) das Mittel der Wahl eher
Antidepressiva.
Vereinzelt sprechen die Beschwerden auf einfache
Schmerzmittel wie
ASS oder Paracetamol an.
Manchmal hilft auch ein Gemisch aus Uridin- und Dinatriumsalzen (Keltican®).
Tri- oder tetrazyklische
Antidepressiva
eignen sich auch zur Prophylaxe
(= Vorbeugung) bei einem
episodenhaft auftretenden atypischen Gesich tsschmerz.
Zufriedenstellend wirksam ist die
therapeutische Lokalanästhesie
(=
Behandlung mit einem
örtlichen Betäubungsmittel
bzw.
Lokalanästhetika)
(z.B. Bupivacain 0,25-0,5%). Dabei werden 2-3 x täglich die betroffenen
Gesicht
s
nerven an ihren
Austrittspunkten (Foramen supraorbitale, infraorbitale oder mentale) blockiert
und das dominante Schmerzareal flächenhaft infiltriert
(Leser et Hefermann
1989, Bad Mergen
theim).
In hartnäckigen Fällen kann auch bei dieser Indikation die engmaschig
wiederholte Durchführung von
Ganglion stellatum -Blockaden
(= Betäubungen einer
vegetativen Schaltstelle im seitlichen Halsbereich)
in engmaschiger Abfolge versucht werden, gleiches gilt für das Ganglion
cervicale superius
(vegetativen Schaltstelle im
Gaumen
bereich), bei diesem wird aber statt
einem
Lokalanästhetikum
(=
örtliche Betäubungsmittel)
z.B. Buprenorphin verwendet.
Physikalische
Therapiemaßnahmen wie Wärme- oder
Kälteapplikation, aber auch transkutane Nervenstimulationen können beim
atypischen Gesich
tsschmerz (chronischer) zur Linderung beitragen.
Operative Verfahren ((Elektrokoagulation
(= elektrische „Verkochung“)
des Gangl
ion Gasseri oder Thermokoagulation))
sollten nur dann in Erwägung gezogen werden, wenn höhergradige psychische
Überlagerungen auszuschließen sind.
Psychologische Interventionen
beim atypischen Gesichtsschmerz (chronischer):
Hauptsächlich Entspannungstechniken,
Schmerzbewältigung.
Intermedius-Neuralgie
(IN):
Dieser Gesich
tsschmerz (essentieller) ist gekennzeichnet
durch streng einseitige, attackenförmig lanzierende
Schmerzen im
Bereich des äußeren Gehörgangs mit Ausstrahlung in die Tiefe des
Ohres, zum
Gesicht,
bis hin zum
Gaumendach und
Oberkiefer. Häufig
strahlen die Beschwerden auch nach dorsal bis zum
Nacken aus. Oft
gesellt sich eine Hypersekretion
(= Überfunktion)
der Speicheldrüsen dazu.
Neben der id
iopathischen gibt es auch eine sym
ptomatische (=
als Krankheitsfolge)
Form bei Zost
erinfektion des Gangl
ion geniculi, wobei auch eine
Fazialisparese (=
Gesichtsmuskel
lähmung)
auftritt.
Die Therapie der Wahl besteht bei der
Intermediusneuralgie
in der Verordnung von Antikonvulsiva
(= Mittel gegen das
Krampfleiden) (Carbamazepin,
Gabapentin oder Pregabalin).
Erfolgversprechend ist auch eine Serie von
Stellatumblockade
n
(= Betäubung einer vegetativen
Schaltstelle im seitlichen Halsbereich)
oder auch Blockaden des Gangl
ion cerv
icale super
ius
(= vegetative Schaltstelle im
Rachen).
Glossopharyngeus-Neuralgie
(GPN):
Dieser Gesich
tsschmerz ist gekennzeichnet durch streng
einseitige paroxysmal
(= anfallsartig)
einschießende, heftige Schmerzsensationen, die vorwiegend im Bereich des
Rachen s, des weichen
Gaumen
s und des
Zunge
ngrundes auftreten, manchmal auch mit Ausstrahlung zum
Ohr hin oder in die
Zähne.
Eine weitere Ähnlichkeit mit der
Trigeminusneuralgie
besteht darin, daß oft Triggermechanismen
(= mechanische Schmerzauslösung z.B. bei bestimmten
Mund
bewegungen) im
Schmerzbereich vorliegen.
Die Diagnose ist einfach, wenn durch Spateldruck in der Tonsillenregion
(= Mandelregion)
eine typischer
Schmerzanfall
ausgelöst werden kann. Teilweise geben die Patienten an, daß auch durch Gähnen
oder ausgedehnte Zungenbewegungen Attacken ausgelöst werden können.
Synkopen (= kurze
Bewußtlosigkeit)
und Herzstillstände sind beschrieben,
dürften jedoch äußerst selten sein.
Manchmal strahlen die Beschwerden zum Mastoid
(=
Knochen
hinter dem
Ohr) aus, was zur
Verwechslung mit der
In
termedius-Neu
ralgie führen kann. Wie bei der
Trigeminusneuralg
ie kommen auch schmerzfreie Intervalle vor.
Therapeutisch gilt bei der
Glossopharyngeusneuralgie
als Mittel der Wahl wieder Carbamazepin, einschleichend bis 1500mg/d, oder
besser noch Gabapentin bzw. Pregabalin.
Hilfreich, vor allem wenn die Attacken nicht so häufig auftreten, ist auch eine
Oberflächenanästhesie im hinteren
Rachenbereich mit
2%igem Xylocain® (=
ein mittellang wirkendes örtliches Betäubungsmittel)
in Sprayform. Mittels des langen und dünnen Auslaßröhrchens können die einzelnen
Hübe ziemlich genau in den Triggerbereichen plaziert werden. Der Patient kann
die Anwendung ohne weiteres vor dem Spiegel erlernen. Bei einer solchen
Selbstmedikation muß wegen der Gefahr der Überdosierung die Anzahl der
Einzelhübe und der möglichen Gesamthübe eines ganzen Tages vorgeschrieben
werden. Da gerade im Schleimhautbereich mit einer raschen und zuverlässigen
Resorption gerechnet werden muß, ist diese Unterweisung besonders sorgfältig
durchzuführen.
Bei diesem Gesich
tsschmerz (idiopathischer) kann auch eine
wiederholte Infiltrationsanästhesie mit
Bupivacain 0,5%
(= langwirkendes örtliches
Betäubungsmittel) versucht werden.
Der Einstich erfolgt am oberen bzw. ventralen Rand des vorderen Gaumenbogens,
ca. 1-2cm neben der Medianlinie. Die Schwierigkeit dieser Injektion besteht
darin, daß die Glossopharyngeusneuralg
ie insgesamt recht selten auftritt und
deshalb Übung in der Handhabung dieser Injektionstechnik selten erreicht wird.
Außerdem ist die Injektionsbehandlung für den betroffenen Patienten in der Regel
so schmerzhaft, daß sie nicht wie bei der
Trigeminusneuralgie
über 10-14 Tage hinweg 2x täglich durchgeführt werden kann.
Eine gute Therapiemöglichkeit bietet die Blockade des
Ganglion stellatum
(= eine Schaltstelle des
unwillkürlichen Nervensystems im seitlichen Halsbereich)
oder auch des Gangl
ion cervicale superius
(= eine Schaltstelle des
unwillkürlichen Nervensystems im Rach
enbereich).
Die wiederholte Instillation von Procain, wie sie auch in neueren
Veröffentlichungen noch propagiert wird, muß zugunsten der lang wirkenden
Lokalanästhetika aufgegeben werden.
Vor neurolytischen (=
nervenzerstörenden)
Blockaden ist wegen der Gefahr der
Nekrosebildung (=
örtlicher Gewebstod)
und nachfolgender Infektion dringend zu
warnen. Nach Janetta (1967) können die neuralgischen Beschwerden durch
eine Kompression des
Nerven
durch die A. vertebralis
(= Schlagader an der Wir
belsäule) entstehen, wobei sich
eine operative Dekompression anbietet.
Laryngeus-superior-Neuralgie
(LSN):
Dieser Gesich
tsschmerz ist gekennzeichnet durch heftige,
attackenförmige Beschwerden, die in der Regel sekundenlang (bis zu 2 Min)
anhalten.
Die Beschwerden werden hauptsächlich im seitlichen Kehl
kopf
bereich verspürt, nicht selten aber dominieren die Ausstrahlungen zum
Unterkiefer (Kiefer
winkel) bis zum
Ohr
läppchen oder
Gaumen und geben
dann zur Verwechslung mit der Glossopharyn
geus-Neu
ralgie Anlaß. Es bilden sich typische
Triggermechanismen
(= Auslösemechanismen) wie
Schlucken, Sprechen, Husten oder starkes Gähnen aus.
Wie bei der Trigeminusneuralg
ie sind im Langzeitverlauf auch
schmerzfreie Intervalle möglich. Die Beschwerden treten streng einseitig auf.
Der Nerv entstammt dem N. vagus
(= ein sog. Hirnnerv). Er tritt
seitlich durch die Membrana thyroidea hindurch, wo er einer örtlichen Betäubung
mit einem
Lokalanästhetikum
(=
örtliches Betäubungsmittel)
zugänglich ist. In hartnäckigen Fällen wird man sich zu
Stellatumblockade
n
(= Betäubungen einer vegetativen
Schaltstelle im seitlichen Halsbereich) entschließen.
Ansonsten gelten als Mittel der 1. Wahl ebenfalls Gabapentin
oder Pregabalin.
Cluster-Kopfschmerz
-
ähnliche
Schmerzsyndrome
Neuralgie des Ganglion
pterygopalatinum (Sluder-Neuralgie):
Dieser Gesichtsschmerz
ist charakterisiert durch länger dauernde Attacken (bis zu 20 min, selten länger)
die sowohl am Tage als auch in der Nacht auftreten können.
Betroffen ist einseitig die Orbita (= Augenhöhle),
der innere Augenwinkel und die
Nasenwurzel, oft mit Ausstrahlungen zum
Oberkiefer,
Rachen
und
Ohr.
Als charakteristisch gilt ein anfallsartiger heftiger Niesreiz (Soyka
1989). Wie bei der Cluster-
Neuralgie
tritt
häufiger Tränen- und
Nasenfluß auf.
Oftmals läßt sich das Schmerzbild als
Cluster-Kopfschmerzen
und
Zervikal-Syndrom
auflösen, so daß die Sl
uder-Neuralgie als
eigenständiges Syndrom umstritten ist (Thoden 1987).
Nasociliaris-Neuralg
ie (Charlin-Syndrom):
Der Nervus nasociliaris ist ein sensibler Ast des N. ophthalmicus, der mit
seinem Endast (N. infratrochlearis) die Unterlidschleimhaut sensibel versorgt.
Der einseitig auftretende Gesichtsschmerz ist
gekennzeichnet durch unterschiedlich lang anhaltende
Schmerzattacken im
Bereich des inneren Augenwinkels mit regelmäßiger Ausstrahlung zur Orbita
(= Augenhöhle) und zum
Nase
n
rücken. Während des
Schmerzanfalls kommt es oft zu einer Rötung und verstärkten Schweißsekretion im
Bereich der schmerzseitigen
Stirnhälfte. Triggermechanismen
(= mechanische Schmerzauslösung z.B. bei bestimmten
Mundbewegung
en)
sind beschrieben. Am Auge können entzündliche
Veränderungen vorhanden sein.
Die Therapie bei diesen
Schmerzen
orientiert sich an der des
Cluster-Kopfschmerzes.
Besonders zu empfehlen ist die intranasale
(= in die Nase) Oberflächenanästhesie mit z.B.
Xylocain-Spray®2%
(= ein mittellang wirkendes
örtliches Betäubungsmittel). Hilfreich sind oft
auch Infiltrationen im Gebiet des Gangl
ion ciliare mit einem lang wirkenden
Lokalanästhetikum
oder Stel
latumblockaden
(= Betäubungen einer
vegetativen Schaltstelle im seitlichen Halsbereich).
Neck-Tongue-Syndrom (Nacken-Zungen-Syndrom):
Der Vollständigkeit halber muß unter "Gesich
tsschmerz" auch dieses Schmerzbild aufgeführt werden (Schmerz
im
Nacken und in der
Zunge).
2)
Symptomatischer
Gesichtsschmerz
Chronischer, se kundärer
Gesichtsschmerz mit intrakranieller
(= innerhalb des
Schädels liegender) Ursache:
Nach Thoden (1987) sind 5% aller paroxysmalen Schmerzen im
Trigeminus-Bereich auf einen
Tumor, hauptsächlich im Bereich der Felsenbeinspitze zurückzuführen. Aber
auch ein Kleinhirnbrückenwinkeltumor oder ein Aneurysma
(= umschriebene, krankhafte
Wandausbuchtung eines Blutgefäßes)
der A. carotis interna
(= innere Halsschlagader)
im infraklinoidalen Bereich
(= im oberen Verlauf) kann
eine "idiopat
hische" Trigeminusneuralg
ie auslösen. Darüber hinaus ist bekannt,
daß ständiger mechanischer Druck auf die Trigeminuswurzel, z.B. durch eine
Gefäßschlinge, paroxysmale (= attackenförmige)
Schmerz
en auslösen kann, aber nicht muß, denn bei
Obduktionen (=
Leichenschau)
wurden entsprechende Befunde erhoben, ohne daß
die Patienten zu Lebzeiten an einer
Trigeminus-Neuralgie
gelitten hätten.
Die Therapie bei diesem Gesich tsschmerz
(symptomatischer) richtet sich logischerweise nach dem Grundleiden. Bei
Wurzelkompression
bzw.
Nervenwurzelkompression
durch ein Blutgefäß ist die Operationsmethode nach Janetta (1967) meist
erfolgreich. Präoperativ ist die Diagnose einer gefäßbedingten Wurzelkompression
durch NMR (= Magnetresonanz-Tomographie)
möglich. Bei persistierenden
(= bleibenden)
Beschwerden ist das Mittel der Wahl wieder Carbamazepin oder Gabapentin bzw.
Pregabalin.
Selten tritt ein atypischer Gesich tsschmerz, also
länger anhaltende Schmerzzustände bis hin zu
Dauerschmerz, nach
einem apoplektischen Insult
(=
Schlaganfall)
auf. Daß es sich dabei nicht unbedingt um einen
Thalamusschmerz handeln muß, beweist die Tatsache, daß teilweise die Schmerz en auf eine
Behandlung mit
Lokalanästhetika
(=
örtliche Betäubungsmittel)
ansprechen. Die Wirkung von
Antikonvulsiva (= krampflösende Mittel) ist insgesamt unbefriedigend.
Chronischer Gesichtsschmerz
mit extrakranieller
(= außerhalb des Schädels liegender)
Ursache:
Eine Vielzahl möglicher Ursachen kann zu diesem Gesich
tsschmerz (symptomatischer) führen: traumatische
(= verletzungsbedingte)
und entzündliche Prozesse, Affektionen
(= Erkrankungen)
im Bereich der
Nasennebenhöhlen,
Zahn - und
Kiefer
affektionen, Fehlfunktionen der
Kiefergelenk
e, aber auch Affektionen in der Augenhöhle (z.B. Glaukom). Das
Schmerzbild entspricht in der Regel einem atypischen Gesich
tsschmerz.
Primär muß die Ursache therapiert werden, dennoch persistiert häufig ein Gesich
tsschmerz, so daß dann die Therapiemaßnahmen zur Behandlung des pri
mären atypischen Gesich tsschmerz
es versucht werden können.
Fehlfunktionen des Kiefergelenkes werden zu häufig als Ursachen von Schmerzen im
Temporalbereich (=
Schläfe)
und im lateralen
Oberkiefer
diagnostiziert. Die veraltete Bezeichnung "Costen-Syndrom"
wird zunehmend durch den Begriff "Myofaziale
Dysfunktion" ersetzt. Häufig kauen die Patienten nur einseitig. Oft
finden sich bei der Auskultation
(= Abhorchen)
beider
Kiefergelenke
unterschiedliche Okklusionsgeräusche
(= Verschlußgeräusche). Die
Kiefer
orthopäden verordnen häufig Aufbißschienen.
Schmerztherapeutisch bewährt hat sich die wiederholte Infiltration der Kau
muskulatur
mit einem langwirkenden
Lokalanästhetikum
(=
örtliche Betäubungsmittel),
ebenso die Infiltration der korrespondierenden
Nerven
austrittpunkte im
Gesicht
sbereich. Vor allem in Hinblick auf ein mögliches Rezidiv
(= Rückfall)
ist EMG-Biofeedback
(= Registrierung
und Rückmeldung elektrischer Signale aus der
Muskulatur) zu empfehlen.
Gesichtsschmerz bei
systemischen Erkrankungen:
Bei ca. 8-15% aller Patienten mit
multipler Sklerose tritt im Verlauf der Erkrankung ein Gesich tsschmerz auf,
der wie eine idiopat
hische Trigeminusneuralg
ie imponiert.
Zur Therapie ist zunächst Carbamazepin (oder Gabapentin bzw. Pregabalin) das
Mittel der Wahl. Nach unserer Erfahrung sprechen diese paroxysmalen Trigeminusat
tacken auch sehr gut auf die Behandlung
mit Lokalanästhetika an.
Seltener tritt ein Gesich
tsschmerz (symptomatischer) im Rahmen
einer
Polyneuropathie (Diabetes mellitus, alkoholtoxisch) auf. In
der Regel imponieren die Beschwerden wie beim atypischen Gesich
tsschmerz. Meist ist mit Lokalanästhetika
ein zufriedenstellendes Behandlungsergebnis zu erzielen.
Entzündlich
bedingter, chronischer Gesichtsschmerz
Schmerzzustände nach
Herpes zoster (Gütelrose):
Die so genannte
postherpetische Neuralgie
oder
postzosterische Neuralgie
(PZN) kann im Bereich aller 3 Trigeminusäste auftreten und einen Gesich
tsschmerz verursachen, bevorzugt
jedoch im 1. Ast.
Die Patienten klagen in der Regel über einen stechenden, brennenden und
bohrenden
Dauerschmerz mit
unterschiedlicher Intensität im Tagesverlauf. Meist bestehen im betroffenen
Nervenbereich
Hypästhesien- und
Dysästhesien
(= verminderte und
schmerzhafte Empfindungen).
Fast regelmäßig finden sich die typischen narbigen Abheilungen.
Weitere
Herpes zoster-Erkrankung en im
Kopf
/
Gesichtsbereich:
Zoster ophthalmicus
und
Zoster oticus.
Die Therapie ist wie auch bei einer
Zoster-Neuralgie in
anderen Körperbereichen schwierig. Antikonvulsiva
(= krampflösende Mittel)
wirken in der Regel nicht oder ungenügend. Deutlicher wirksam ist wie
beim atypischen Gesich
tsschmerz die Verordnung von
Antidepressiva zur
Schmerzdistanzierung, evtl. in Kombination mit Levomepromazin (Neurocil®).
Die beste therapeutische Wirksamkeit haben wir bei diesem Gesich
tsschmerz mit der Anwendung langwirkender Lokalanästhetika (z.B.
Bupivacain) (=
örtliches Betäubungsmittel) gesehen.
Die Therapie entspricht der des atypischen
Gesich
tsschmerzes,
wobei die flächenhafte Infiltration intensiver erfolgt. Bei Befall des ersten
Trigeminusastes hat sich besonders die kontinuierliche Blockade des Nervus
supraorbitalis am Foramen supraorbitale mit Katheter bewährt. In manchen Fällen
bringt die oberflächliche Behandlung mit einem Lokalanästhetikum-Spray (z.B.
Xylocain® 2%) oder mit ASS in Äther gelöst vorübergehend eine zufriedenstellende
Schmerzlinderung. Diese Methode hat den Vorteil, daß der Patient sie auch zu
Hause selbst anwenden kann, unter Beachtung der Höchstdosierung.
Hilfreich kann auch eine oberflächliche Kältebehandlung mit einem trockenen,
kalten Luftstrom sein (z.B. Kondensationsdampf aus flüssigem Stickstoff oder
elektrisches Kälteaggregat). Auch die
Intermed
ius-Neuralgie kann durch eine
Zoster-Infektion des Gangl
ion geniculi hervorgerufen werden. Im
Gegensatz zum Gesich
tsschmerz nach
Gürtelrose
trifft diese Erkrankung vorwiegend Jüngere.
Bei der
Intermediusneuralgie
nach
Herpes zoster
scheint der paroxysmale
(= attackenförmige)
Schmerzcharakter abgeschwächt zu sein, zugunsten länger anhaltender, eher
atypischen Gesichtsschmerzepisoden.
Auriculotemporalis-Syndrom:
Dieser Nerv gelangt zwischen
Kiefergelenk und
Meatus acusticus unter die Parotis
(=
Ohr
speicheldrüse),
wo er sich aufzweigt. Das Schmerzbild ist charakterisiert durch anfallsartig
auftretende
brennende Schmerzen
prä- und periaurikulär
(= vor und um das
Ohr
herum), vor allem an der
Schläfe.
Der Patient verspürt im betroffenen
Gesichtsbereich
ein Wärme- oder Spannungsgefühl. Diagnostisch richtungsweisend ist eine
Hautrötung und Hyperhidrose
(= vermehrtes Schwitzen) im korrespondierenden
Hautbereich. In der Regel liegt anamnestisch
(= in der Vorgeschichte)
eine Parotiserkrankung
(= Erkrankung der
Ohrspeicheldrüse)
vor, meist entzündlicher Natur. Auch Verletzungen der Parotis sollen zu
diesem Gesich
tsschmerz führen können (Thoden 1987).
Zur Therapie eignen sich bei diesem
Gesich
tsschmerz
besonders wiederholte Blockaden des Nervus mandibularis durch die Incisura
mandibulae (= Einbuchtung des
Unterkiefer
s nahe am
Kiefergelenk) hindurch (in
der Fossa pterygopalatina; der N. auriculotemporalis ist ein Ast des N.
mandibularis und zweigt distal der Fossa ab) sowie flächenhafte Infiltrationen
im Ausbreitungsgebiet. In hartnäckigen Fällen sind
Stellatumblockade
n
(= Blockaden einer
vegetativen Schaltstelle im seitlichen Halsbereich) zu empfehlen. Ist das Schmerzbild mehr atypischer Natur (nicht
ausgesprochen attackenförmig), können auch schmerzdistanzierende
Antidepressiva
versucht werden.
Anatomisch bedingter
Gesichtsschmerz
Processus-styloideus-Syndrom
(Eagle-Syndrom):
Das Schmerzbild ist gekennzeichnet durch einen länger anhaltenden bohrenden
und drückenden halbseitigen Gesich
tsschmerz, der oft mit seitengleichen
Kopfschmerzen
vergesellschaftet ist. Als mögliche Ursachen gelten ein verlängerter Processus
styloideus oder auch eine
Insertionstendopathie
(=
Sehnenerkrankung an
ihrem Ansatz).
Therapeutisch kann die Spitze des
Processus styloideus
(= verlängerter
Knochen
hinter dem
Ohr) operativ entfernt werden. Bei
Insertionstendopathien
(= Störungen am
Sehnenansatz) können wiederholte
Infiltrationen mit einem Lokalanästhetikum, auch mit Kortikoidzusatz hilfreich
sein.
Kardial (= das Herz
betreffend) bedingter
Gesichtsschmerz
Bei einem linksseitigen,
atypischen Gesich
tsschmerz im Bereich des N. mandibularis sollte immer eine internistische
Untersuchung erfolgen, unter besonderer Berücksichtigung der koronaren
(= die
Herzkranzgefäße betreffende)
Durchblutungssituation. Meist besteht
bereits eine entsprechende Medikation
(= Medikamenteneinnahme).
Nach Optimierung derselben klingen die linksseitigen
Unterkieferschmerzen
oft prompt ab.
Iatrogener (= durch ärztliche Einwirkung entstandener),
symptomatischer Gesichtsschmerz
Nach neurochirurgischen
Interventionen wegen einem Gesich
tsschmerz tritt in
seltenen Fällen die gefürchtete Anaesthesia dolorosa
(= äußerst schmerzhafter
Sensibilitätsausfall)
auf. Diese kann auch noch Monate nach der Operation einsetzen.
Anfänglich bestehen Mißempfindungen, die sich allmählich ins Unerträgliche
steigern. Der Schmerzcharakter wird von den betroffenen Patienten oft mit
brennend und glühend bezeichnet, manchmal auch als "rohes Fleisch" im
Gesicht.
Dieser heftigste chronische Gesich
tsschmerz ist leider
äußerst therapieresistent. Meist kommt man um die Verordnung von
Betäubungsmitteln nicht herum.
Welche Vorteile bietet eine
Schmerzbehandlung im
SCHMERZTHERAPIEZENTRUM Bad Mergentheim?
-
Große Erfahrung, in der
Klinik werden schon seit 1983 aus-schließlich Patienten mit chronischen
Schmerzen behandelt.
-
Für gesetzlich versicherte Patienten werden Rehabilitations-
und für Privatpatienten (auch Beihilfe) Krankenhausbehandlungen gemäß OPS
8-918 durchgeführt. Teilweise übernehmen auch Berufsgenossenschaften die
Kosten.
-
Hohe fachliche Kompetenz,
die Klinik bzw. der Chefarzt besitzt die volle Weiterbildungsermächtigung
der Ärztekammer für das Fachgebiet "Spezielle Schmerztherapie",
1 Jahr Anästhesie sowie 18 Monate Physikalische und Rehabilitative Medizin.
Umfassendes Therapieangebot, Durchführung aller anerkannten schulmedizinischen
und einiger naturheilkundlichen Therapieverfahren, auch Akupunktur, bis hin zur Implantation von
Morphinpumpen und Rückenmarkstimulationssystemen.
Zu
weiteren Informationen (u.a. Vordrucke zur Beantragung der Kostenübernahme
bei dem jeweiligen Kostenträger,
Steuertipps für Selbstzahler, Anfahrtsbeschreibung usw.) gelangen Sie
hier (einfach anklicken).
Infos können Sie zu jeder
Tages- oder Nachtzeit anfordern, auch am Wochenende!
Tel.:
+49 (0) 7931 - 5493-0
* Fax: +49
(0) 7931 - 5493-50
Wenn Sie ein ernstes
Schmerzproblem haben, können wir Sie werktäglich zwischen 11 und
12 Uhr mit einem erfahrenen Arzt verbinden.
Haftungshinweis: Für die gemachten Angaben wird keine Gewähr übernommen; im Einzelfall ist immer
ein Arzt zu konsultieren! Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehmen
wir auch keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der
verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.
-----------------------------------------------------------------
aktualisiert: >.2006</> k u <strong>idiopathischer</strong>
<strong>essentieller</strong> <strong>symptomatischer</strong>
http://www.gesichtsschmerz.eu .
|